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„Today English Only!“

 

Achtklässler der Dr.-Jasper-Realschule üben aktives englisches Sprechen im Sprachendorf.

Eine vermutlich kaum ungewöhnliche Szene in der Nähe vom Piccadilly Circus. Einer deutschen Touristin wird ihre Handtasche geraubt. Um den Vorfall anzuzeigen, muss sie den Vorfall auf der Polizeistation schildern und ihre persönlichen Daten hinterlassen. Was in London mit Sicherheit ganz alltäglich ist, muss sprachlich im Ernstfall vom deutschen Touristen natürlich auch umgesetzt werden können. Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs der Dr.-Jasper-Realschule probten  im Rahmen eines sogenannten Sprachendorfes, „sich kulturell angemessen in einer fremdsprachigen Umgebung zu verständigen“, wie es in dem begleitenden pädagogischen Leitfaden heißt. Ein lebendiges, von der Schule zum wiederholten Mal inszeniertes englischsprachiges Rollenspiel, das Schülern und Lehrern gleichermaßen offenkundig Spaß machte.       

Die Aktion des Sprachendorfs folgt einer Empfehlung des Kultusministeriums, das sprachliche Vermögen gerade auch hinsichtlich eines aktiven Sprechens stärker zu fördern, zumal mit fremdsprachigen Interviews und Rollenspielen in den zehnten Klassen auch geprüft wird. Englisch-Fachbereichsleiterin Kathrin Herbeck setzte die Vorgaben zusammen mit ihren Kollegen praktisch um. An verschiedenen, mit Stellwänden, Tischen und mit passenden Requisiten ausgestatteten Stationen hatten die Schüler dann mit vorher kurz geübten englischen Dialogen in zwei bis drei Minuten Alltagsituationen sprachlich zu bewältigen und wurden dafür hinterher auch in Bezug auf Sprachgebrauch, Rollenverhalten und Aussprache bewertet.

Der gesamte Verlauf gestaltete sich sehr positiv, denn zwischen Polizeistation, Touristikinformation oder in der Arztpraxis sah man am späteren Vormittag etliche vom Lampenfieber zwar angespannte, nichtsdestoweniger aber gleichzeitig auch fröhlich-engagierte Gesichter. „Das macht richtig Spaß“, urteilten zwei Schülerinnen beispielsweise, die das Gespräch in der Arztpraxis schon mit Bravour hinter sich gebracht hatten und vor der Polizeistation auf ihren nächsten Auftritt als Bobby und bestohlene Touristin warteten. Für die verschiedenen Interviews hatten sich die Schüler vorher vorbereitet und mit entsprechenden Spickzetteln bewaffnet. Die sollten dann allerdings nur im Notfall zum Einsatz kommen, schließlich hilft bei der Schilderung von Krankheitssymptomen oder für die Frage nach dem richtigen Weg auf der Insel auch nicht Schriftliches weiter.

Die unkonventionelle Unterrichtsform, sich der Fremdsprache einmal aktiv sprechend im Rollenspiel zu nähern, faszinierte offenbar aber nicht nur die Schüler, auch die Lehrer hatten sich für das Sprachendorf schnell erwärmen können und zahlreiche Requisiten gesammelt. „Es ist großartig, dass in unserer Schule so aktive Lehrkräfte wirken, die das Konzept mit viel Engagement ausgestalten und umsetzen“, äußerte Schulleiterin Ina Lange am Ende begeistert.